Konzept Braunsfeld

Home / Konzept Braunsfeld

Konzept Braunsfeld

0 – 3 Jahre

Die Kindertagespfege ist eine sinnvolle Alternative zur Betreuung der Kleinen von 0 bis 3 Jahren, ein Beruf, den man ernst nehmen muss. Die ersten Lebensjahre der Kinder sind für die menschliche Entwicklung eine der wichtigsten Phasen im Leben. Es ist wichtig, für die Eltern mit ihren Kindern viel Zeit zu verbringen, jedoch haben nicht alle das Privileg dies zu tun. An dieser Stelle kommt die Kindertagespflege ins Spiel.

Ich nehme den Eltern gezielt diese Last ab, wobei es meine Intention ist, sowohl die Kinder als auch die Eltern zu unterstützen.

Mein Bild vom Kind

Jedes Kind hat eine eigenständige Persönlichkeit mit eigenen Bedürfnissen und individuellen Lebensumständen. Sie streben mit allen Sinnen danach, Erfahrungen zu sammeln. Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv forschend mit, sie sind wie Schmetterlinge im Wind! Manche fliegen höher als die Anderen, doch alle fliegen so gut sie können.

Wir als Tagespflegepersonen sind Entwicklungsbegleiterinnen, die über die Beobachtung die Interessen und die Entwicklungsprozesse der Kinder wahrnehmen, um sie aufzugreifen und weiter zu entwickeln. Denn jeder lernt am seinem Tempo und das was interessiert!

Carl Roger formuliert ein positives Menschenbild und benennt drei zentrale Variablen:

• Akzeptanz/Wertschätzung
• Empathie/Einfühlungsvermögen • Kongruenz/Echtheit

Dieses Bild vom Menschen sieht Kinder und Jugendliche als Wesen, die aus sich selbst heraus ein Bedürfnis zur Entfaltung ihrer Möglichkeiten haben. Seiner Ansicht nach sind Menschen „entwicklungsfähig, bedürfen dazu aber einer förderlichen Umgebung sowie Akzeptanz, Empathie und Kongruenz.“

Ziele der pädagogischen Arbeit mit Kindern

  • individuelle Bedürfnisse und Werte sind in der Kindertagespflege sehr wichtig, deswegen gehe ich auf diese besonders ein.
  • Das Gegenseitige Vertrauen, Akzeptanz und Respekt gegenüber meinen Tageskindern ist das A und O!!
  • Ein freundlicher, liebevoller Umgang der eine gute Atmosphäre schafft und für eine vertraute Stimmung sorgt

Mein Bestreben liegt darin, besonderen Schwerpunkt auf die Förderung der Kreativität des Kindes zu legen um motorische und kognitive Fähigkeiten zu erlernen und Talente zu erwecken. Dies erreiche ich in dem ich es mit meinen eigenen Vorlieben, wie Backen und Basteln verbinde. Ich nutze dafür alle fünf Sinne der Kinder. Indem ich den Tastsinn durch Basteln und Malen anrege, den Sehsinn durch regelmäßige Ausflüge zu Spielplätzen und Parks, den Hörsinn durch das Hören von Hörspielen und gemeinsames Singen von Kinderlieder

3.1 Sprache und Kommunikation

Kinder lernen von Geburt an und haben ein Recht darauf, dabei unterstützt und begleitet zu wenden.

Jedes Kind ist anders und besonders. Praxisbeispiele der Sprachförderung in Kindertagespflege zeigen, dass oftmals die Zeit fehlt, um jedem Kind die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient. Deswegen lege ich besonderen Wert auf den sprachlichen Aspekt. Durch Bildergeschichten, Wirmmelbücher und Hörspiele bieten ihnen eine große Vielfalt an Eindrücken und neuen Wörtern die sie sich unbewusst aneignen. Sagt ein Kind beispielsweise statt ,,Banane“ immer ,,Nahne“, korrigiere ich dies passiv. Anstatt zu sagen ,,Nein, es heißt Banane.“ sage ich, „Ja genau, das ist eine Banane.“ So können sich Kinder an die Aussprache gewöhnen und werden bei Fehlern nicht kritisiert.

3.2 Bewegung

In Sachen Bewegung hat jeder Mensch sozusagen ein eigenes, individuell eingestelltes Thermostat (von Forschen auch activity state genannt). Zum anderen aber spielt die Körperkompetenz eine Rolle, wer mit seinen Körper gut kann, findet auch im Erwachsenenalter eher eine Möglichkeit, auf Trab zu bleiben – z. B. durch Sport, Tanz, Treppen gehen. Und hier kommt das Leben draußen ins Spiel. Denn dort sind nun einmal die Parcours, auf denen Körper, Sinne und Seele zusammenwachsen die Parcours, die das Schwungrad des Lebens in Bewegung setzen.

3.3 Körper, Gesundheit und Ernährung

Körperliches und seelisches Wohlbefinden sind eine grundlegende Voraussetzung für die gesunde Entwicklung der Kinder. Kinder suchen beim Spielen differenzierte Erfahrungsmöglichkeiten über die verschiedenen Sinne Z.B. Tastsinn, Sehsinn, Hörsinn, Gleichgewichtsinn, Geschmack- und Geruchssinn. Aus dem Grund brauchen die Kinder eine anregungsreiche Umgebung und Materialien, die ihnen die Möglichkeiten geben, ihre Sinne zu gebrauchen und auszubilden. Mehr noch Kinder brauchen viele Erfahrungsräume , um sich ein Bild von sich selbst und der Welt zu machen.

Gemeinschaftliches Zähneputzen nach dem Essen sowie, abhängig vom Alter, auch eigenverantwortliches Händewaschen sind tägliche Routinen.

3.4 Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung

Außerhalb ihrer Familie treten die Kinder in sozialen Kontakt mit anderen Kulturen, Lebensstilen und Wertvorstellungen. Die Kinder stellen Unterschiede fest und haben die Möglichkeit, sich damit auseinander zu setzen und Offenheit zu entwickeln. Sie lernen ihre Gefühle und Interessen auszudrücken, Konflikte auszuhalten und Lösungen zu finden, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, mit Respekt und Rücksicht auf andere zu zugehen und eigene und fremde Bedürfnisse wahrzunehmen. Ich werde den Kindern praktisch multikulturelle Bücher vorlesen, zusammen Feste feiern und ihnen Klamotten sowie Essen und andere ländergewöhnliche Gegenstände mitbringen.

3.5 Musisch-ästhetische Bildung und Medien

Bei musisch-ästhetischer Bildung geht es um Ausdruckformen für Kinder um ihre Gedanken, Gefühle und Interpretationen der Welt auszudrücken.

Musik

Musik ist ein Bestandteil der kindlichen Erfahrungswelt. Schon die kleinsten haben großen Spaß am Singen und Bewegen. Singen, Reimspiele, Bewegung und Tanz fördern die Kreativität, Sprache, das aktive Zuhören, Gedächtnis und das eigene Körperbewusstsein in Balance und Rhythmus.

Ästhetik

Ästhetik ist die Wissenschaft des Schönen. Kinder entdecken die Welt mit allen Sinnen, sie differenzieren ihre Wahrnehmung, erkennen in der Vielfalt erste Muster und Strukturen. Kinder machen ihre Gedanken, Gefühle in der Auseinandersetzung mit der Welt sichtbar.

Medien

Die Bildungsbereich umfasst auch die darstellenden Künste wie Theater, Tanz und die Musik. Und da kann die Kindertagesp ege die vielfäl gen Wahrnehmungsformen der Kinder und ihre individuellen Ausdruckformen unterstützen.

3.6 Natur und Umwelt

Natur stellt für Kinder einen maßgeschneiderten Entwicklungsraum dar. Eine Erfahrungswelt, die genau auf die Bedürfnisse von Weltendeckern zugeschnitten ist. In der Natur können die Kinder wirksam sein. Hier können sie sich auf Augenhöhe selbst organisieren, und auf ihrem Fundament bauen, Zeit in der Natur ist Entwicklungszeit.

Beim Spiel in freier Natur lernen die Kinder all ihre Sinne einzusetzen und eine gute Wahrnehmungsfähigkeit zu entwickeln. Da in der Natur vorgefertigtes Spielzeug fehlt, werden die Phantasieentwicklung und das Soziale durch verstärktes Spiel

Die Eingewöhnungszeit ist für das Kind, die Eltern und für mich als Tagesmutter außerordentlich wichtig. Der Übergang aus der Familie in die Tagespflege ist für das Kind eine große Herausforderung und bedarf viel Einfühlungsvermögen. Das Kind muss sich in eine neue Umgebungen anpassen und eine Bindung zu eine fremde Person aufbauen. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an die tägliche mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Dieserart von Veränderungen können für das Kind mit erheblichem Stress verbunden sein, daher ist die Eingewöhnungsphase enorm wichtig um den Übergang zu erleichtern und Problemen vorzubeugen. In der Regel erfolgt die Eingewöhnung mit den Eltern oder einem Elternteil bzw. eine dem Kind sehr vertraute Person.

 

Grundphase

Die Grundphase dauert ca. drei Tage, in den Tagen kommen die Eltern mit dem Kind zusammen in die Tagespflege für ca.1-2 Stunden. Ohne dass sich das Kind ge- oder bedrängt fühlt, versuche ich mich dem Kind in der Zeit anzunähern, während sich die Bindungsperson zurückhaltend verhält, jedoch in der Nähe bleibt um das Kind das notwendige Gefühl von Sicherheit zu geben.  In der Zeit findet Kein Trennungsversuch statt.

 

Erster Trennungsversuch / Entscheidung Dauer der Eingewöhnungszeit

Die Dauer der Eingewöhnungszeit fällt meinst am vierten Tag. Normal dauert eine Eingewöhnung ca.2-3 Wochen, manchmal aber auch länger. Der Entscheidender Punkt ist wie das Kind auf den ersten Trennungsversuch reagiert, dabei verabschieden sich die Eltern einige Minuten nach der Ankunft von dem Kind und verlassen den Raum, bleiben jedoch in der Nähe der Tür. Verhält sich das Kind nach anfänglichem Protest eher gelassen und wendet sich wieder seiner Umgebung zu, so kann diese erste Trennungsepisode auf ca. 30 Minuten ausgedehnt werden, dabei ist es sehr Hilfreich wenn das Kind einen Gegenstand bei sich hat, der sie an ihrem vertrautem Umfeld erinnert, sowie ein Kuscheltier, Schmusetuch, Flasche oder Ähnliches.

 

Zweiter Trennungsversuch

Ab dem siebten Tag erfolgt ein erneuter Trennungsversuch. Stelle ich ein „Bezugsperson“ für das Kind da, vergrößert sich die Zeiträume ohne Eltern, jedoch bleiben sie weiterhin in der nähe der Tagespflegestelle.

 

Schlussphase

Ich als Tagesmutter stelle ein „Bezugsperson“ für das Kind da. Ab jetzt halten sich die Eltern nicht mehr in der Tagespflegestelle auf, sind jedoch jederzeit telefonisch erreichbar. Lässt sich das Kind von mir trösten und sucht den selbstständig den Kontakt, ist es ein Zeichen einer gelungenen Eingewöhnung.

Akzeptiert das Kind mich als sichere Basis und weitere Bezugsperson ist die Eingewöhnung beendet.

„Kinder lernen mehr von unserem Verhalten als von dem, was wir ihnen beibringen.“ (unbekannt)

Vielen Kindern in der Kindertagespflege fällt es schwer, sich von der Mu er zu trennen. Hier ist es wich g, das Kind zu unterstützen und die Verabschiedung von den Eltern nach Ankunft in der Kinderinsel, je nach den Bedürfnissen des Kindes, leichter zu machen. Ein schönes Ritual, gehört zum Alltag, den durch die Wiederholung erhalten die Kinder Vertrauen wie Abschiedskuss, Begrüßungslied, gemeinsames Essen, geregelte Ruhephasen, das pünktliche Bringen und Abholen der Kinder.

Gemeinsame Regeln

Regeln sind die Basis für jedes geordnete Miteinander. Das gilt für die Kleinsten bis zu den Erwachsenen gleichermaßen. Auch hier bei der Kinderinsel gibt es Regeln, die von Anfang an mit Kindern gemeinsam eingeübt und gelebt werden:

  • Gemeinsame Mahlzeiten
  • Nach dem Mittagessen werden die Zähne geputzt
  • Geregelte Ruhephasen
  • Wir nehmen Rücksicht aufeinander
  • Spielsachen werden nach dem Spielen wieder eingeräumt
  • Das pünktliche Bringen und Abholen der Kinder

Ich setze kein Kind unter Druck, auf den Topf zu müssen. Jedes Kind ist in der Lage, selbst zu entscheiden, wann es bereit ist, sauber zu werden.

Kinder mögen es, wenn mit ihnen gespielt wird. Der Kontakt und Austausch, der Kinder im gemeinsamen Spiel mit anderen erleben, ist ganz besonders wich g für ihre Entwicklung. Denn mit anderen zu spielen, schafft Nähe und Vertrauen die Grundlagen für unsere Beziehungen zu anderen. Kinder brauchen die Erfahrung von unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen, Konkurrenz, Aushandeln von Spielthemen und Spielobjekten, um so wichtige soziale Kompetenzen zu langen. Kinder sind auf Beziehung angewiesen, lieben den Gedankenaustausch und die Zuneigung. Daher ist es wich g schon früh anzufangen, soziale Bindungen eingehen zu können.

In all diesen unterschiedlichen Alltagssituationen lässt sich immer wieder feststellen, welchen Entwicklungsdrang Kinder verspüren. Auch dafür verdienen sie Beachtung und Respekt.

Damit die Kinder sich in Ihrer Umgebung wohlfühlen, müssen Tagespflegepersonen und die jeweiligen Eltern gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Hierfür ist ein partnerschaftliches Verhältnis für die damit verbundene Zusammenarbeit unerlässlich. Dazu gehören auch gezielte Absprachen und Beratungen. Grundlage für das Gelingen der Erziehung ist das In-Kontakt-treten, indem man Fragen stellt, Wünsche äußert und Ausflüge oder sonstige Anlässe gemeinsam plant. Denn die Trennungsängste und die dadurch entstehenden Sorgen können bei Kindern, wie auch bei den Eltern erscheinen. Um dies zu vermeiden ist eine vertraute Beziehung nötig, um ein Gefühl von Sicherheit zu erhalten. Natürlich können auch gewünschte Entwicklungsziele oder persönliche Interessen bezüglich bestimmten Werten geäußert werden. Um einen ersten Eindruck erhalten zu können, werden die Eltern zu einem Gespräch eingeladen. Indem man sich ein Bild von der Umgebung macht und ich erkläre, welche Bedeutung die Kindertagespflege hat. Dabei tauschen wir unsere Vorstellungen einer gelungenen Tagespflege aus, während ich hierbei auch gerne alle o enstehendende Fragen beantworte. Wenn das Kind nun in meine Kindertagespflegegruppe aufgenommen ist, haben die Eltern die Möglichkeit täglich Rückfragen zu stellen.

Als Tagespflegeperson ist es eine wichtige Aufgabe meine Beobachtung bezüglich des Kindes schriftlich zu verfassen, welche ich in ein Heft eintragen werden. Es ist ein wichtiger Aspekt für eine gelungene Bildungs -und Erziehungspartnerschaft . Es ist sinnvoll, das Erlebte und Beobachtungen festzuhalten. Sei es in Form von selbst gemachten Bildern oder notierten Worten.

Grundsätzlich erhält jedes Kind ein eigenes Portfolio. Ein Portfolio ist eine Ansammlung von Zeichnungen, Fotos mit fest versehten Daten. Anbei werden auch Notizen zu beispielsweise ihren ersten Worten oder ihrer ersten festen Nahrung erstellt. All diese und vieles mehr werden mit Daten festgelegt. Sie gehört dem Kind selbst und ist auch immer erreichbar. Es ist so zusagen das Tagebuch der kindlichen Entwicklung, worauf man in 20 Jahren noch zurück blicken kann und sie als Erinnerung behält

Auch den Abschied aus der Kindertagespflege begleite und gestalte ich ganz individuell in Zusammenarbeit mit den Eltern. Der Abschied ist eine Art Übergangsritual, das dem Kind verdeutlicht, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt. So wird jedes Kind besonders mit einer kleinen Feier verabschiedet. Dabei werden alle Tageskinder und Ich gemeinsam ein Geschenk basteln, welches sie auch in den Kindergarten begleiten kann. Das Kind erlebt, dass ein Abschied nicht immer nur traurig sein muss, sondern auch ein Grund sein kann dich über einen neuen Lebensabschnitt zu freuen.